Für Hegel besteht das Gericht der Geschichte darin, daß die Geschichte über die Menschen richtet; für Benjamin ist es jenes Gericht, durch das die Menschen über die Geschichte richten. Mosès, Stéphane: Der Engel der Geschichte: Franz Rosenzweig, Walter Benjamin, Gershom Scholem, Frankfurt am Main: Jüdischer Verlag 1994, S. 141.
FEUERMELDER

Die Vorstellung vom Klassenkampf kann irreführen. Es handelt sich in ihm nicht um eine Kraftprobe, in der die Frage: wer siegt, wer unterliegt? entscheiden würde, nicht um ein Ringen, nach dessen Ausgang es dem Sieger gut, dem Unterlegenen aber schlecht gehen wird. So denken, heißt die Fakten romantisch vertuschen. Denn mag die Bourgeoisie im Kampfe siegen oder unterliegen, sie bleibt zum Untergang durch die inneren Widersprüche, die ihr im Laufe der Entwicklung tödlich werden, verurteilt. Die Frage ist nur, ob sie an sich selber oder durch das Proletariat zugrunde geht. Bestand oder das Ende einer dreitausendjährigen Kulturentwicklung werden durch die Antwort darauf entschieden. Geschichte weiß nichts von der schlechten Unendlichkeit im Bilde der beiden ewige ringenden Kämpfer. Nur in Terminen rechnet der wahre Politiker. Und ist die Abschaffung der Bourgeoisie nicht bis zu einem fast berechenbaren Augenblick der wirtschaftlichen und technischen Entwicklung vollzogen (Inflation und Gaskrieg signalisieren ihn), so ist alles verloren. Bevor der Funke an das Dynamit kommt, muss die brennende Zündschnur durchschnitten werden. Eingriff, Gefahr und Tempo des Politikers sind technisch - nicht ritterlich.
— Walter Benjamin: Einbahnstraße/Berliner Kindheit um Neunzehnhundert. Frankfurt am Main 2011, S. 49.

(via walter-benjamin-bluemchen)

noxe:

At Christmas. Zu Weihnachten. 

Always.

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